Zur Wahl des Hochzeitsfotografen – Eine Jungfotografin im Gespräch.

Schöne Fotos sind im Allgemeinen essentieller Bestandteil einer Hochzeit. Insbesondere bei einer Hochzeit im Ausland, sind die fotografisch festgehaltenen Momente schließlich die greifbarsten Erinnerungen an diesen besonderen Tag. Erinnerungen, die für immer bleiben.

Um etwas Budget einzusparen, fragen sich viele Paare aber auch, ob nicht der allseits bekannte „Onkel Harald“ die Fotos auf der Hochzeit machen kann. Schließlich hatte der sich gerade eine so teure Spiegelreflexkamera gekauft.

Hiervon raten wir aus 2 Gründen dringend ab.

  1. Eine Hochzeit zu fotografieren ist nichts, was man nebenbei macht, während man sich mit Freunden und Verwandten unterhält, dem Brautpaar gratuliert und an der Bar eine „neue Runde“ bestellt. Onkel Harald ist aber eben auch Gast auf eurer Hochzeit. Lasst ihn mitfeiern und ladet ihm keine Arbeit auf.
  2. Ihr habt soviel Energie in die Hochzeitsplanung gesteckt. Die Location eurer Hochzeit im Ausland ist eine aufregende Naturkulisse, eine wundervolle Burg, ein pompöses Schloss oder ein altehrwürdiges Landgut. Alle Gäste haben sich herausgeputzt und insbesondere die Braut sieht atemberaubend aus in ihrem Brautkleid. Die Erinnerung daran, wird allerdings schnell verfliegen, wenn ihr feststellt, dass nur ein Bruchteil der Fotos verwendbar sind. Der Rest ist verwackelt und verschwommen. Und die wichtigsten Augenblicke der Hochzeit wurden je 3 Sekunden zu spät aufgenommen.

Ein professioneller Hochzeitsfotograf ist Gold wert!

Ein aufmerksamer, geschulter Blick für die besonderen Momente und ein gekonnter Umgang mit dem fotografischen Equipment sind in solchen Fälle daher häufig Gold wert. An diesem wichtigen Aspekt bei der Hochzeitsplanung zu sparen, kann noch viele Jahre später – spätestens bei einem erneuten Griff zum Hochzeitsalbum – für Frustration sorgen. Umso wichtiger ist es also, seinen Fotografen oder seine Fotografin mit Bedacht zu wählen.

Der Hochzeitsfotograf schenkt euch lebenslängliche Erinnerungen
Ein professioneller Hochzeitsfotograf hat ein Auge und das Gespür für den richtigen Augenblick. Er weiß wann er wo zu stehen hat und kann auch mit nicht perfekten Lichtverhältnissen umgehen.

Bei der Wahl des*r Hochzeitsfotograf *in sollte man demnach einen angemessenen Teil des Hochzeitsbudgets einplanen. Nicht unwichtig ist dabei auch, dass man sich mit seiner Fotografin oder seinem Fotografen wohl fühlt, man auf einer Wellenlänge ist.

Anlässlich dieses spannenden Themas haben wir Eva von Eva Christin Busley Fotografie interviewt. Sie kommt aus NRW und hat sich neben ihrem Studium ihrer größten Leidenschaft gewidmet: dem Fotografieren, insbesondere der Hochzeitsfotografie.

Hallo Eva, magst du dich und deine Arbeit kurz vorstellen?

Hochzeitsfotograf - Heiraten im Ausland

Hallo Thomas, zunächst einmal danke ich dir herzlich für deine Einladung zum Interview. Ich komme aus dem schönen Ruhrgebiet und studiere zur Zeit Deutsch und Pädagogik im Master of Education – also auf Lehramt. Mein Herzblut widme ich jedoch einer anderen Branche: der Fotografie. Die Leidenschaft fürs Fotografieren habe ich schon im Alter von 13 Jahren entdeckt. Seit ein paar Monaten bin ich nun nebenbei als Fotografin selbstständig. Wie du schon einleitend erwähnt hast, habe ich mich auf die Hochzeitsfotografie spezialisiert. Mein Angebot umfasst Paarshootings und Hochzeitsreportagen, was ebenso Verlobungs- und After-Wedding-Shootings einschließt, allerdings bin ich auch immer für Familien- und Baby(bauch)-Shootings zu haben.

Für die fotografische Begleitung einer Hochzeit ist es besonders wichtig, dass das Brautpaar mit seinem*r Fotograf*in harmoniert – es ist schließlich den ganzen Tag von ihm*ihr umgeben. Als was für ein Mensch würdest du dich beschreiben und wie wirkt sich das auf den Umgang mit „deinen Paaren“ und den Hochzeitstag aus?

Ich denke, dass ich grundsätzlich ein sehr fröhlicher und offener Mensch bin, was sehr hilfreich ist, meine meist „fotounerfahrenen“ Kundinnen und Kunden (insbesondere beim Paarshooting) vor der Kamera zum Auftauen zu bewegen.

Ich bin sehr aufgeschlossen und kommunikativ. Das ist, so glaube ich eine der wichtigsten Eigenschaften eines*er Hochzeitsfotograf en*in. Diese Einstellung braucht man in der Fotografie-Branche in einem gewissen Maße einfach. Trotzdem würde ich mich dabei eher als freundlich zurückhaltend beschreiben.

Meine unaufdringliche Art kommt mir bei meinem Beruf sehr entgegen. So können sich meine Kunden, z.B. Brautpaare und ihre Gäste vollkommen ungezwungen bewegen ohne ständig daran erinnert zu werden, dass eine Kameralinse auf sie gerichtet ist. Ich fotografiere all die wichtigen Augenblicke aus dem Hintergrund, ohne das sich jemand gestört fühlt.

So ergeben sich auch immer wieder fantastische, unbefangene Augenblicke, die ich unverfälscht mit meiner Kamera festhalten kann. So erhalten meine Kunden neben den wundervollen Shootingbildern auch wirklich authentische Fotos ihrer Hochzeit.

Hochzeitsfotograf - Hochzeit im Ausland
Photo: @evasnextworld

Du sagtest, dass Du dich auf Hochzeitsshootings spezialisiert hast. Magst du uns mal erzählen, wie so eine Hochzeit von der Anfrage bis zum Hochzeitstag bei dir abläuft?

Nach der ersten Kontaktaufnahme, bei der ich dem Paar individuell antworte und ihnen Infos zu Preisen, Leistungen und Ablauf gebe, folgt in der Regel schon die Mitteilung des Paares,  ob es sich für mich als ihre Hochzeitsfotografin entschieden hat, oder nicht. Denn häufig reicht schon ein erster schriftlicher Kontakt aus, um zu erkennen, ob man miteinander harmoniert. Für den Fall, dass das Paar mich dennoch erst ein wenig genauer kennenlernen will, bevor es seine Entscheidung trifft, biete ich aber auch kurze Telefonate oder Video-Calls an.

Bei der Buchung längerer Hochzeitsbegleitungen treffen wir uns dann, falls es die Distanz zulässt, in der folgenden Zeit zu einem ersten ‚,Kennenlernshooting‘‘. Hier kann sich das Paar ein wenig mit der Kamera anfreunden. Meist entstehen so schon tolle Verlobungsfotos, die gerne für die Einladungskarten verwendet werden können. Außerdem besprechen wir den Ablauf der Hochzeit, wie lange und wofür ich genau gebraucht werde. Dabei gebe ich immer gerne Tipps für einen runden Ablauf der Hochzeit.

Mein Tipp Nummer eins für tolle Brautpaar-Fotos ist dabei immer der folgende: verlegt das Shooting in die Zeit kurz vor Sonnenuntergang, um das wärmste Licht des Tages und somit eine besonders romantische Stimmung einzufangen! Gerade bei Hochzeiten im Ausland insbesondere am Strand oder in den Bergen ergibt das eine einfach magische Bildstimmung – absolut empfehlenswert!

Für das Brautpaar stellt sich dann spätestens beim Kennenlernshooting oder -gespräch die Frage, ob ich nur die standesamtliche, bzw. kirchliche/freie Trauung mit einem anschließenden Brautpaar-Shooting begleiten soll, oder ob ich die anschließenden Feierlichkeiten ebenfalls fotografisch dokumentieren darf.

Am Hochzeitstag

Bei einer Hochzeit im Ausland entfällt das natürlich, da ich ja extra für die Hochzeit anreise und entsprechend auch die gesamte Hochzeit aufnehmen kann. So kann ich dann auch bereits morgens damit beginnen, das Paar zu einem kleinen, kurzen „Pre-Wedding Shooting“ zu entführen und dabei auch ausgiebig die Vorzüge der Location ausnutzen.

Meistens bereiten sich Braut und Bräutigam anschließend getrennt voneinander vor. So kann ich dann die jeweiligen „Getting Ready“ Fotos aufnehmen und auch bereits das ein oder andere Foto der Trauzeugen, Brautjungfern und der Groomsmen aufnehmen. Diese Momente sind besonders wertvoll, da man hier so schön sieht, wie die Aufregung steigt und sich so viele wundervolle, emotionale Fotogelegenheiten bieten.

Während der eigentlichen Trauung selbst gilt es für mich, meine Augen überall zu haben, damit mir die schönsten Momente, nämlich die ganz kleinen zwischen den großen Punkten einer Hochzeit, nicht entgehen. Da gibt es Freudentränen, herzliche Umarmungen, vielsagende Blicke. Hochzeiten sind auch für mich immer sehr spannend und berührend – und keine ist wie die andere.

Einen Tag nach der Hochzeit bekommt das Paar dann in aller Regel schon eine kleine Preview mit den ersten fotografischen Eindrücken ihrer Hochzeit als Online-Galerie zugesandt. Zu diesem Zeitpunkt sind die Erinnerungen und Emotionen noch besonders frisch und die Fotos wirken umso intensiver. Das freut das Paar wie auch die Gäste und schürt die Vorfreude! Innerhalb von 1-3 Wochen erhält das Hochzeitspaar seine Fotos dann entweder in einer Online-Galerie oder auf einem schönen USB-Stick.

Kannst du uns ein paar Anekdoten über deine Fotoshootings im Ausland erzählen?

Erst vor kurzem ergab sich spontan ein aufregendes Fotoshooting während meines Urlaubs auf Kreta. Die Insel hatte mich total beeindruckt und ich wollte es mir nicht entgehen lassen, dort einmal ein Pärchen am Strand oder auf einer Klippe zum Sonnenuntergang zu fotografieren… Also habe ich ein Paar aus unserem Hotel angesprochen und gefragt, ob sie nicht gerne ein kleines Fotoshooting mit mir machen würden. Die beiden haben natürlich nicht nein gesagt.

Der aufregende Teil, von dem ich gerade gesprochen habe, kommt aber erst noch. Während des verabredeten Shootings auf einer wunderschönen Klippe bei Sonnenuntergang erlebten wir nämlich eine tolle Überraschung:

Nicht weit von uns entfernt stand ein anderes Pärchen. Im Augenwinkel bekamen wir mit, wie der Mann auf die Knie ging seiner Freundin einen Antrag machte! Völlig aufgelöst und voller Freude umarmten sich die beiden.

Hochzeitsfotograf - Heiraten im Ausland
Photo: @evasnextworld

Nachdem wir aus der Ferne fröhlich zur Verlobung gratuliert hatten, ging ich auf das Pärchen zu und fragte sie, ob sie diesen einzigartigen Moment gerne in ein, zwei Fotos festhalten würden… Sie waren total begeistert und sagten ja!

Das Pärchen stellte dann den gesamten Antrag für die Fotos noch einmal nach und beide waren gleich wieder in Tränen aufgelöst. Es war ein wirklich magischer Moment.

Was für ein toller Zufall! Eine letzte Frage: Was denkst du, ist bei der Wahl des*r Fotograf*in besonders wichtig? Worauf müssen Paare achten?

Eine wirklich wichtige Frage! Zum einen, das hattest du schon angesprochen, ist natürlich die Chemie zwischen Fotograf*in und Paar besonders wichtig. Je sympathischer man seine Dienstleister findet, desto eher kann man sich auch vor der Kamera fallen lassen und so den Tag einfach mehr genießen!

Schon bevor das Paar eine Anfrage abschickt, kann es sich in den sozialen Medien wunderbare Einblicke in die Art und die Arbeitsweise des*r Fotograf*in verschaffen. Viele Dienstleister posten hier nämlich teils sehr persönliche Einblicke hinter die Kulissen.

Zum anderen sind natürlich der Preis aber auch der Bildstil ausschlaggebende Kriterien für die Wahl des*r Fotograf*in. Ich empfehle immer, sich einmal durch Instagram und von Account zu Account zu klicken. So findet man nach ein bisschen Recherche eine große Bandbreite an Dienstleistern und darüber hinaus tolle Inspirationen für die eigene Hochzeit.

Aber auch Portale wie Heiraten im Ausland sind eine super Inspirationsquelle für die Wahl der Dienstleister wie auch die gesamte Gestaltung einer Hochzeit im Ausland.

Vielen Dank für diesen informativen Einblick. Magst du unseren Lesern noch verraten, wie man dich finden kann, wenn man eine Fotografin sucht?

Mein Hauptkanal ist Instagram. Dort findet man mich unter @evasnextworld. Schaut doch gern mal vorbei und sammelt ein paar Eindrücke. Anfragen kann man mir ganz einfach bei Instagram per Privatnachricht oder via Mail (evasnextworld@outlook.com) schicken.


Was ist für euch ganz entscheidend, bei der Wahl eures Hochzeitsfotograf en? Hinterlasst uns einen Kommentar oder schreibt uns per Email.